Goldsittich (Guaruba guarouba)

Vögel Gif

Goldsittich Paar 1 Goldi & Morgi

Goldsittich  Hahn Goldi 

Goldsittich Henne Morgi

Goldsittich Paar 2 Roberto & Mimi

Goldsittich Hahn Roberto

Goldsittich Henne Mimi

Goldsittich Pärchen Roberto & Mimi

Der Goldsittich
(Guaruba guarouba)

Goldsittich ( Guaruba guarouba )
   Der Goldsittich wurde früher den Keilschwanzsittichen (Aratingas) zugeordnet, jedoch wegen seiner besonderen Gestalt und Farbe und seines Verhaltens wird er heute als eigenständige Gattung aufgeführt.
Die Zuordnung zur Familie Aratingidae, Subfam. Aratingina erfolgt hier nach Wolters (1982).

Bezeichnungen:
Golden Conure, Queen of Bavaria's Conure,
Golden Parakeet
Ararajuba
Goudparkiet
Guarouba jaune
Beschreibung
Das Gefieder ist goldgelb, die Hand- und Armschwingen sind dunkelgrün. Der kräftige Schnabel ist hornfarben. Der Augenring ist weiß, die Iris braun. Länge: 34-36 cm. Gewicht ca. 230 -310 Gramm

Jungvögel: Das gelbe Gefieder ist mit grünen Federn durchsetzt. Mit ca. 1 ? Jahren sind sie ausgefärbt.

Da die Farben des Goldsittichs der Brasilianischen Nationalflagge entsprechen (Grün und Gelb) und er nur in den Regenwäldern Brasiliens vorkommt, gilt er als ein Nationalvogel Brasiliens.
Haltung
Der Goldsittich ist intelligent und verspielt. Sie sind gesellige und sehr soziale Vögel. Innerhalb ihrer Gattung sind sie friedlich, können allerdings gegenüber anderen Arten aggressiv werden. Diese Vögel sollten in einer möglichst großzügigen Voliere mit Metallrahmen gehalten werden. Bei Außenvolieren ist ein angeschlossenes Schutzhaus notwendig. Die Temperatur im Schutzhaus sollte im Winter nicht unter 15°C sinken. Da die Goldsittiche in Gefangenschaft leider zum Rupfen neigen brauchen sie genügend Sinnesanreize (z.B. frische Zweige zum Nagen) um ihrer Intelligenz und ihrem Spieltrieb gerecht zu werden. Ein Schlafkasten sollte das ganze Jahr angeboten werden. Goldsittiche haben eine laute, schrille Stimme, was bei der Unterbringung berücksichtigt werden muss. Da sie aus tropischen Gebieten stammen brauchen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit um sich wohlzufühlen.
Zucht
Der Brutbeginn liegt vorwiegend im Frühjahr. Das Gelege umfasst meist 2-3 Eier. Die Brutdauer beträgt 28 - 30 Tage, die Nestlingszeit ca. 60 - 70 Tage. Als Nistkasten können ausgehöhlte Naturstämme oder Nistkästen (Mindestdurchmesser 35 cm) angeboten werden. Goldsittiche können während der Brutzeit aggressiv reagieren, dadurch kann es schwierig sein Nestkontrollen durchzuführen. Es gibt Berichte dass die Vögel auch in Gemeinschaft brüten und Weibchen manchmal gemeinsam ein Nest belegen.
Die richtige Ringgröße ist 9,5 mm, die Jungvögel sollten in der zweiten bis dritten Lebenswoche beringt werden.

Nahrung: Körnermischung für Großsittiche bzw. Papageien, Quell- und Keimfutter, Obst (süße Sorten werden bevorzugt), Beeren, Gemüse, Grünfutter, Beeren, Zweige mit Knospen
Verbreitung/Lebensweise:
Nordost-Brasilien, südlich des Amazonas in den Staaten Para und Maranhao. Ihr Lebensraum ist der tropische Tieflandregenwald, meist in der Nähe von Flussläufen. Goldsittiche sollen inzwischen auch in West-Brasilien (Rondonia und Mato Grosso) gesichtet worden sein. Hierzu gibt es zwei Erklärungen: Entweder ziehen die Vögel nomadisch umher, oder sie besiedeln neue Gebiete aufgrund der fortschreitenden Zerstörung ihres bisherigen Lebensraums.
Verbreitungsgebiet

Acai-Frucht
Foto mit frdl. Gen. © www.brasilien.de
Goldsittiche leben paarweise und in kleinen Gruppen von 5-15 Vögeln. Sie halten sich hauptsächlich in Baumkronen auf, häufig in der Nähe von Flussläufen. Sie scheinen intakten Regenwald zu benötigen, offenes Land wird gemieden. Die Nächte verbringen sie in Baumhöhlen, tagsüber gehen sie auf Nahrungssuche. Ihre Nahrung besteht aus Früchten, Beeren, Samen und Nüssen, Blüten und Blattknospen, evtl. auch Insekten. Bekannte Futterpflanzen in Freiheit sind der Papageien-Baum (Trema micrantha)3 sowie die Frucht der Acai-Palme. Goldsittiche brüten in Baumhöhlen, meist befinden sich die Nester ungefähr 10 m hoch über dem Boden.
Bedrohung:
Bereits 1946 wurde darauf hingewiesen, dass die Bestände des Goldsittichs abnehmen. Seit 1976 (Beginn des WA) ist der Goldsittich unter Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgeführt. In einer Studie Mitte der 80er Jahre wurde der Bestand auf ca. 5000 Vögel geschätzt. Die einzigen aktuellen Daten zur Bestandsgröße stammen von Bird Life International4 mit einer Angabe von 1000 - 2499 Vögeln. Diese Bestandszahl ist eine Schätzung, jedoch gibt es in Freiheit nicht mehr als 2.500 Vögel. Von diesen Zahlen ausgehend, hat sich der Bestand in Freiheit dramatisch verringert.

Die Hauptursache ist die fortschreitende Zerstörung des Lebensraums der Goldsittiche. Fortwährende Besiedlung, Brandrodung für Ackerbau und Weideflächen, die Gewinnung von Nutzholz sowie von Bodenschätzen verringern den Regenwald Stück für Stück. Seit 1977 fanden 70 % der gesamten Abholzungen in Brasilien in den nordöstlichen Regionen, im Lebensraum der Goldsittiche, statt.

Foto © Markus Kaufmann


Auch große Baumaßnahmen trugen zur Zerstörung des Regenwaldes bei:

 

Die Transamazonica, eine 5600 km lange Straße, wurde quer durch den Brasilianischen Regenwald und damit durch den Lebensraum des Goldsittichs gebaut. Der Bau dieser Straße vernichtete 100.675 Hektar Wald. Entlang der Transamazonica wurden Schneisen gerodet, da geplant war diese Flächen für die arme Landbevölkerung als Lebensraum bewohnbar zu machen. Diese Pläne gingen jedoch nicht auf, da der Boden des Regenwaldes nur die ersten Jahre Erträge brachte und danach ausgelaugt war. Die Menschen waren gezwungen weiterzuziehen und ihr Glück woanders zu versuchen und wieder neue Gebiete zu roden.

Ebenso wurden durch den Bau des Tucurui - Staudamms mehr als 2000 Quadratkilometer Regenwald vernichtet. In Brasilien wird mehr als 90% der erzeugten Energie aus Wasserkraft gewonnen. "So wurde der brasilianische Großstaudamm Tucuruí in erster Linie gebaut, um eine exportorientierte Aluminiumproduktion aufzubauen. Das Ziel war ausschließlich die Erwirtschaftung von Devisen; Konzepte für eine Entwicklung der Region hatten die Planer nicht im Sinn"5 Kleinbauern, Fischer sowie die Eingeborenen profitieren kaum von dem Staudamm, im Gegenteil: Tausende waren gezwungen umzusiedeln, wodurch weitere Waldgebiete abgeholzt wurden.

Hinzu kommen der illegale Fang und Export. Zwar ist der Goldsittich durch die Brasilianischen Gesetze streng geschützt, doch die Überwachung ist mangelhaft. Auch werden Goldsittiche ab und zu von der lokalen Bevölkerung abgeschossen.

Was kann getan werden um den Goldsittich zu retten?

In Gefangenschaft:
Die Tiere sollten nur in professionellen Händen gehalten werden. Züchter und Halter sollten sich dem EEP anschließen damit die Tiere zumindest in Gefangenschaft erhalten bleiben. Somit wäre zumindest in Menschenhand eine Reserve der Tiere erhalten, falls sie doch eines Tages in der Freiheit aussterben sollten. Ob eine spätere Auswilderung dann noch möglich ist bleibt offen, aber wenn es keinen Bestand in Menschenhand gibt kann es auch keine Wiederansiedlung geben. Seit 1992 gibt es gibt ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Goldsittiche unter der Leitung von B. Holst vom Zoo Kopenhagen.

In Freiheit:
Momentan läuft eine Studie mit Dr. Carlos Yamashita, finanziert vom World Parrot Trust mit Hilfe des "Golden Conure Überlebens Fond" der über 25.000 US $ aufbrachte. Die Studie begann am 1. Januar 2000. Der Zweck war aktive Nistplätze zu lokalisieren und aufzuzeichnen. Dreizehn geographisch verstreute Plätze wurden innerhalb eines 90 Kilometerradius von Paragominas in den ersten beiden Monaten der Studie lokalisiert. In der zweiten Phase der Studie wurden erwachsene Vögel für genetische Bluttests gefangen. Diese Tests zeigten dass die meisten der Vögel von verschiedenen Nistplätzen eng verwandt sind.

Weitere Feldarbeit ist notwendig um die Bestandssituation und die Überlebensbedürfnisse der Goldsittiche sowie die ökologischen Anforderungen zu erfassen. Einige kleine Schutzgebiete bestehen bereits. Allerdings wird das Gurupi Biological Reservat immer noch nicht adäquat geschützt und braucht Abgrenzung und Aufseher. Auch der Amazonia-Tapajos-National Park braucht wahrscheinlich besseren Schutz.

kueken-0054.gif von 123gif.de
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